Geschichte

Die Idee der Partnerstadt-Olympiade (PO) ist, eine fantastische, internationale Sportbegegnung mit Jugendlichen aus unseren Partnerstädten zu erleben. In elf verschiedenen Sportarten treten Jungen und Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren in einem fairen Wettkampf gegeneinander an. Für Böblingen dürfen Jugendliche starten, die in Böblingen wohnen, hier einem Verein angehören oder eine Ausbildung durchlaufen.
 
Die Idee stammt aus Böblingen und dieser olympische Geist wird nach 1978 und 1995 in diesem Jahr zum dritten Mal in Böblingen zu Gast sein.
Alle drei Jahre findet die Partnerstadtolympiade im Wechsel in einer der teilnehmenden Städte statt. 2017 ist Böblingen erneut Gastgeber und heißt die jungen Sportler und deren Betreuer herzlich willkommen.

Neben Böblingen beteiligen sich folgende sechs Partnerstädte kontinuierlich an dieser freundschaftlichen Großveranstaltung: Alba (Italien), Bergama (Türkei), Glenrothes (Schottland), Krems (Österreich), Pontoise (Frankreich) und Sittard-Geleen (Niederlande).

Alba

Wappen von Alba

Das sogenannte "100 türmige" Alba liegt im Piemont ca. 60 km südlich von Turin und hat heute ca. 30.000 Einwohner.
Die Städtepartnerschaft mit Alba wurde 1985 offiziell besiegelt und geht auf eine Initiative der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Böblingen - Sindelfingen zurück.

Im Mittelalter entwickelte sich Alba mit seinen wohlhabenden Bürgern und Herrschaftsfamilien, mit Kirchen und Klöstern zur befestigten Stadt. Die einstigen Wehr- und Schutztürme prägen noch heute das Stadtbild.
Dank größerer Industrieansiedlungen Anfang der 50er Jahre entwickelte sich Alba zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum, und Weltfirmen wie Fiat, die Süßwarenfabrik Ferrero, die kunststoffverarbeitende Firma Mondo Rubber und die Textilgruppe Miroglio sind heute die wichtigsten Arbeitgeber in Alba.

Genauso bekannt und wichtig sind die kulinarischen Reichtümer der Stadt. In hunderten Weinkellereien in und um Alba werden weltberühmte Qualitätsweine wie Arneis, Dolcetto, Barbera, Barbaresco, Nebbiolo und der Barolo angebaut. Der weiße Trüffel aus Alba ist eine weltberühmte Delikatesse von besonderer Güte und höchstem Wert. Jährlich finden im Ausstellungs- und Kongreßpalast in der Woche nach Ostern die Weinmesse und im Oktober die nationale Trüffelmesse statt.

Am ersten Oktobersonntag gibt es den traditionellen Esels-Palio: ein prunkvoller Kostümumzug mit ca. 500 Komparsen in historischen Kostümen und das Eselswettrennen sind ein unvergeßliches Spektakel.


Bergama

Bergama, die als antike Stadt Pergamon bekannt ist, liegt ca. 100 km nördlich von Izmir und hat heute rund 55.000 Einwohner.

Die Städtepartnerschaft mit Bergama besteht offiziell seit 1967 und geht auf Kontakte des früheren Stadtbaurates Friedrich Rebmann zurück, der nach seiner Zurruhesetzung an einigen Grabungskampagnen auf dem Burgberg der antiken Stadt "Pergamon" teilnahm.

Die Ausgrabungen der historischen Bauten von Pergamon begannen 1878 unter der Leitung des deutschen Archäologen Carl Humann und Alexander Conze und werden bis heute abschnittsweise fortgeführt. Das berühmteste Fundstück, die Friesteile des Zeuss Altares, sind heute im Berliner Pergamon-Museum zu sehen. Der Burgberg mit dem Trianeum und dem steilen antiken Theater ist eines der meist besuchten antiken Bauwerke in der westlichen Türkei.

Viele Touristen findet man auch auf dem turbulenten und farbenfrohen Montagsmarkt. Die traditionelle Kermes, die mit Musik-, Theater- und Folkloredarbietungen viele Besucher anlockt, findet jedes Jahr in der ersten Juniwoche statt.


Sittard-Geleen

Wappen von Geleen

Sittard-Geleen hat ca. 37.000 Einwohner und liegt im Süden der Niederlande in Limburg; nur ca. 10 km von den deutschen und belgischen Grenzen entfernt. Die Städteverbindung mit Geleen wurde 1962 offiziell besiegelt. Die Partnerschaft wurde angeregt durch den ehemaligen Pfarrer Wauben, der im Jahr zuvor die Aufnahme von 90 Kindern aus Böblinger Flüchtlingsfamilien in Geleener Gastfamilien ermöglichte.

Geleen entwickelte sich nach der Einstellung der Steinkohleförderung im Jahre 1967 und der Schließung der Bergwerke zu einem wichtigen Standort für die chemische Industrie. Der international tätige Großbetrieb "Dutch State Mines" (DSM) beschäftigt heute ca. 12.000 Arbeitnehmer und prägt das Stadtbild entscheidend. Auch als Wohn- und Einkaufsstadt ist Sittard-Geleen von Bedeutung. Die verkehrsfreie Einkaufspromenade und der große Samstagsmarkt laden zum Einkaufsbummel ein. Im Freizeitzentrum "Glanerbrook" zählen eine 400 m Eislaufbahn, Eishockeyanlagen, verschiedene Schwimmbäder und ansprechende Außensportanlagen zum Angebot. Der Karneval wird in Sittard-Geleen großgeschrieben. Am Faschingssonntag findet ein toll inszenierter Karnevalsumzug statt. Für Jazzliebhaber gibt es jährlich im Mai ein Jazzfestival, das auf New Orleans Jazz spezialisierte Gruppen aus dem Ausland vorstellt.

Geleen wurde am 01. Januar 2001 mit den Nachbarstädten Sittard und Born zur gemeinsamen Stadt "Sittard-Geleen" mit rund 100.000 Einwohnern zusammengeschlossen.


Glenrothes

Glenrothes findet man ca. 30 km nördlich der schottischen Hauptstadt Edinburgh.

Die Städtepartnerschaft mit Glenrothes wurde im Jahre 1971 offiziell geschlossen. Die Städteverbindung ergab sich aus einem regelmäßigen Schüleraustausch, der auf persönliche Beziehungen des damaligen Rektors des Albert-Einstein-Gymnasiums, Fritz Mezger zu seinem schottischen Kollegen Charles Anderson zurückgeht.

Glenrothes wurde erst 1948 als eine von insgesamt fünf sogenannten New Towns in Schottland gegründet. In den Jahren 1948 - 1996 wurde Glenrothes von der Glenrothes Development Corporation, einer von der Königin eingesetzten Entwicklungsgesellschaft, nach dem Konzept der Gartenstadt geplant und aufgebaut. Ursprünglich sollte Glenrothes eine Schlafstadt für die Bergleute einer nahegelegenen Mine werden. Nach Schließung der Mine stellte die Glenrothes Development Corperation das Konzept auf eine Industrieansiedlung aus den Bereichen Feinmechanik, Elektronik, Elektrotechnik etc. um.

Glenrothes schaffte so den Einstieg in die High Tech Industrie. Im Zuge einer Verwaltungsreform in Schottland wurde die Glenrothes Development Corporation aufgelöst. Die Stadt Glenrothes mit ca. 40.000 Einwohnern ist seither der Sitz des Fife Council, unter dessen Verwaltung die ganze Region Fife mit ca. 350.000 Einwohnern zusammengefasst wurde. Um die Belange der Städtepartnerschaftsaktivitäten kümmert sich neben der Verwaltung vor allem die Glenrothes Town Twinning Association.

Zum Einkaufsbummel lädt das Town Centre mit Einzelhändlern, Banken und gemütlichen schottischen Pub's ein. Die Rothes Halls, ein neu erbautes Kongreßzentrum mit verschiedenen Veranstaltungssälen sowie die modernen Sportanlagen und zwei 18-Loch-Golfplätze runden das Freizeitangebot von Glenrothes ab. Edinburgh, die Küstenregion der Halbinsel Fife mit der Universitätsstadt St. Andrews und die nahegelegenen Highlands laden zu Ausflügen und Besichtigungstouren ein.

Auch die Kunst hat ihren Platz in Glenrothes gefunden. Die Stadt beschäftigte über Jahre hinweg eigens einen Stadtkünstler, der mit seinen Werken markante Punkte im Stadtgebiet geschaffen hat. Anläßlich des 20-jährigen Partnerschaftsjubiläums zwischen Böblingen und Glenrothes fand in den Jahren 1990/1991 ein Kunstaustausch statt. Die Bronzeplastik "Der Wehrlose" vom Böblinger Stadtkünstler Rudolf Christian Baisch (1903-1990) kann heute im Riversidepark von Glenrothes besichtigt werden. Die Bronzestatue "Der Traum" von Malcolm Robertson steht in BB neben der Erich-Kästner-Schule im Stadtteil Diezenhalde.


Krems

Wappen von Krems

Rund 70 km westlich von Wien liegt die Stadt Krems an der Donau mit 25.000 Einwohnern, am beliebten Radweg von Passau nach Wien.

Die Städtepartnerschaft zu Krems besteht seit 1972 und geht auf beiderseitige Kontakte der Feuerwehren zurück.

Krems ist eine der lebenswertesten Städte Österreichs und Bildungs- und Kulturstadt von europäischer Bedeutung. Die Stadt liegt am Tor zur Wachau – einer der schönsten Flusslandschaften Europas – und zählt mit mehr als 1000 Jahren zu den ältesten Städten des Landes. Krems wurde 995 erstmals namentlich in einer Kaiserurkunde Ottos III. erwähnt. Der „Kremser Pfenning“, die älteste Münzprägung Österreichs, entstand hier um 1156. Einer der bedeutendsten spätbarocken Maler, Martin Johannes Schmidt, genannt „Kremser Schmidt“, lebte und arbeitete von 1756 bis zu seinem Tod 1801 in Krems.
 
Für seine über Jahrhunderte geformte, unverwechselbare Stadtlandschaft wurde Krems im Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Aber trotz dieser historischen Bedeutung ist das Bild der Stadt nicht von der Vergangenheit geprägt: Krems ist offen für Neues und setzt durch das beispielhafte Zusammenwirken von Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft zukunftsweisende Impulse. Heute leben hier Menschen aus 104 Nationen. Zeitgenössische Kunst und Kultur nehmen einen wichtigen Platz ein. Die „Kunstmeile Krems“ mit den Leuchttürmen Kunsthalle und dem Karikaturmuseum und renommierte Festivals bieten Kunstgenuss auf höchstem Niveau. Ein besonderes Juwel ist die mittelalterliche Gozzoburg, deren Fresken im mitteleuropäischen Raum als einzigartig gelten, und der Dominikanerkomplex, in dem das Museum Krems und die Landesgalerie Zeitkunst Niederösterreich für den Besuch offen stehen. In bemerkenswerter Dynamik hat sich die Stadt zu einem international anerkannten Universitätsstandort mit einer bemerkenswerten Hochschul- und Studierendendichte entwickelt: Mehr als 13.000 Studierende sind an den fünf Kremser Hochschulen eingeschrieben.
 
Der Kremser Wein ist seit Ende des 10. Jahrhunderts nachgewiesen. Ein Spaziergang lohnt sich durch die berühmten Rieden Sandgrube, Goldberg, Weinzierlberg oder Pfaffenberg. Bereits im Mittelalter wurde hier Österreichs erste Weinhauerinnung gegründet. Rund um Krems gedeihen die besten Grünen Veltliner und Rieslinge des Landes.
 


Pontoise

Wappen von Pontoise

Pontoise liegt mit ca. 30.000 Einwohnern im Val d'Oise, ca. 30 km nördlich von Paris.

Die Städtepartnerschaft zu Pontoise wurde 1956 offiziell besiegelt und kam durch Vermittlung der Internationalen Bürgermeister Union unter dem Gesichtspunkt der Versöhnung nach dem 2. Weltkrieg zustande. Mit einer der ersten dt.-franz. Partnerschaften in Deutschland wollten beide Städte einen wichtigen Beitrag der deutsch-französischen Annäherung leisten.
Der alte Stadtkern mit der Kathedrale St. Maclou aus dem 12. Jahrhundert, die Kirche Notre-Dame und die malerischen Gäßchen in der Altstadt laden zu einem gemütlichen Stadtbummel in Pontoise ein.

In Pontoise gibt es zwei bedeutende Muessen. Das Musée Tavet Delacour beherbergt den Nachlaß des abstrakten deutschen Künstlers Otto Freundlich (1878 - 1943), der als Wegbereiter der gegenstandslosen Kunst im 20. Jahrhundert gilt. Das Musée Pissarro ist dem Mitbegründer des Impressionismus Camille Pissarro (1830 -1903) gewidmet, der mehr als 15 Jahre im Pontoiser Stadtteil Hermitage wohnte und dort über 300 Bilder gemalt hat, ein Großteil darunter von Pontoise und der umliegenden Landschaft.

Der traditionelle Markt "Foire St. Martin", der auf das Jahr 1170 zurückgeht, bietet jedes Jahr für 10 Tage im November eine Ausstellungs- und Verkaufsmöglichkeit für rund 180 Handels- und Gewerbetreibende und zieht jährlich mehr als 25.000 Besucher an.


Rückblick:

Böblingen 1995
Bergama 1998
Pontoise 2000
Glenrothes 2003
Krems 2005
Sittard-Geleen 2008
Alba 2011
Bergama 2014
Böblingen 2017